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Holly war am Tag des Abflugs schon recht früh wach, eigentlich hatte sie so gut wie gar nicht geschlafen und hatte auch nicht länger vor im Bett auszuharren um noch ein wenig Schlaf zu finden als ihr Wecker verkündete es sei erst 7 Uhr in der früh. Sie hatte statt dessen begonnen noch einmal alles in ihrem Zimmer und in dem daran grenzendem Badezimmer akribisch abzusuchen, dass sie auch ja nichts vergessen hatte. Dabei lief sie wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend, stieß sich hier an und warf dort etwas um, wie immer halt, wenn sie nervös war und warten musste, was diese Angst etwas verpassen zu können nicht minderte. Nachher kam sie zu spät zum Flughafen und würde ihren Flug nach Miami verpassen? Nein, dass durfte nicht passieren!!! Wumm! Wieder warf Holly etwas um. Dieses Mal war es der Schirmständer im Flur, den sie ausversehen mit sich gezogen hatte bis er polternd auf dem Boden gelandet war. Die Regenschirme verteilten sich auf den Dielen und es herrschte ein einziges Chaos, da Holly versuchte sie schnell wieder zusammen zu suchen und in den Ständer zurück zu stopfen. Dabei berührte sie ausversehen den Knopf eines besonders großen Regenschirms, der sich sogleich öffnete und sie gegen die Wand presste. Der Flur war sehr schmal gehalten und so füllte das Riesending ihn der Breite von einer Seite zur anderen vollkommen aus und ließ keinen Durchgang mehr zu. "Verdammt...", murmelte Holly. Ihre Eltern waren nicht zu Hause, die waren bei Verwandten übers Wochenende zu Besuch. Ihr Bruder schlief anscheinend noch. Er hatte eben einen sehr festen Schlaf. Vielleicht sollte sie einfach nach Hilfe rufen, überlegte die 18-Jährige, doch würde sie sich von so einem blöden Schirm nicht unterkriegen lassen, oder?! Er war eh schon alt und falls er kaputt gehen sollte, wäre es kein sehr großer Verlust. Also nahm Holly den Kampf gegen den Regenschirm wieder auf und gewann ihn nach gefühlten zwei Stunden. Als sie es geschafft hatte alle Schirme wieder an ihrem rechtmäßigen Platz zu verstauen, wollte sie sich erst einmal versichern, dass es nicht wirklich zwei Stunden gedauert hatte. Im Wohnzimmer bekam sie fast einen Herzinfarkt als die Uhr dort kurz vor halb 9 anzeigte. Um 10 Uhr sollte ihr Flieger gehen! So schnell sie konnte, raste Holly in ihr Bad um sich fertig zu machen. Danach weckte sie Josh und sagte ihm er solle sich gefälligst schnell etwas anziehen damit er sie zum Flughafen fahren konnte. Die Schlafmütze brauchte natürlich geschlagene 20 Minuten um in die Gänge zu kommen, fauchte sie vorher noch an warum sie ihn so früh wecken musste, und fuhr dafür um so schneller zum Flughafen. In einer ziemlich scharfen Rechtskurve wären sie beinahe rausgeflogen und als sie an der riesigen, eigentlich unübersehbaren elektronischen Tafel ankamen, übersah Josh sie auch noch und raste geradewegs an ihr vorbei. Nach dem Holly fast hyperventilierte und sich schon panisch mit den Handflächen Luft zu fächerte, erreichten sie den Schalter für ihren Flug, auf den freundlicherweise eine Frau an der Information hingewiesen hatte. Dort gab Holly ihren alten, klobigen Koffer ab und verabschiedete sich dann von ihrem Bruder. "Danke.", murmelte sie nur und umarmte Josh. "Nicht der Rede wert. Hab viel Spaß, ja?" Er lächelte und wischte Holly eine kleine Träne von der Wange. Eigentlich wäre sie gerne mit ihrem älteren Bruder nach Miami geflogen, aber er musste arbeiten und bekam in seinen sauschlecht bezahlten Beruf kaum freie Tage. Geschweige denn zwei Wochen. "Werde ich haben. Auch wenn´s mit dir besser gewesen wäre." Ein letzter Kuss auf die Wange, dann ließ sie Joshs Hände los und machte sich auf den Weg zum Check In.

24.2.08 19:11
 


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